Einhell GE-CM 18/30 Li oder GE-HM 18/38 Li: Sichel- oder Spindelmäher?

Beide laufen am selben 18-Volt-Akku, beide kommen von Einhell, beide mähen Rasen. Trotzdem trennt sie mehr als jedes andere Paar in dieser Klasse: Der eine schlägt das Gras ab, der andere schneidet es.
Ein Sichelmäher arbeitet wie eine Sense, ein Spindelmäher wie eine Schere. Daraus folgt fast alles, von der möglichen Schnitthöhe bis zur Frage, wie oft im Sommer gemäht werden muss. Wir haben beide angesehen, unter anderem den Einhell GE-CM 18/30 Li im Test.
- GE-CM 18/30 Li, wenn der Rasen auch mal zwei Wochen stehen bleibtSchnitthöhe bis 70 mm, bürstenloser Motor, 8,53 kg
- GE-HM 18/38 Li, wenn ein kurzer Zierrasen gepflegt wird38 cm Breite, 45-l-Korb, Scherenschnitt ab 14 mm
- Beide18 V Power X-Change, ohne Akku und Ladegerät geliefert
Die zwei Kandidaten
Einhell GE-CM 18/30 Li
Sichelmäher, 30 cm, 8,53 kg
Einhell GE-HM 18/38 Li
Spindelmäher, 38 cm, 45 l Korb
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | GE-CM 18/30 Li | GE-HM 18/38 Li |
|---|---|---|
| Schnittprinzip | Sichel, rotierendes Messer | Spindel, Scherenschnitt |
| Schnittbreite | 30 cm | 38 cm |
| Schnitthöhe | 30 bis 70 mm | 14, 23, 32 und 38 mm |
| Verstellung | 3 Stufen, axial | 4 Stufen, Einzelradverstellung |
| Motor | bürstenlos | Bürstenmotor |
| Motorspannung | 18 V Power X-Change | 18 V Power X-Change |
| Schneidwerk | ein Messer | Spindel 125 mm, kugelgelagert, 5 Stahlmesser |
| Fangkorb | 25 l | 45 l |
| Gewicht | 8,53 kg | 10,6 kg |
| Empfohlene Rasenfläche | bis 150 m2 | keine Angabe |
| Lieferumfang | ohne Akku und Ladegerät | ohne Akku und Ladegerät |
| Artikelnummer | 3413157 | 3414200 |
Werte nach den Angaben von Einhell für den GE-CM 18/30 Li-Solo und den GE-HM 18/38 Li-Solo. Beide Geräte gibt es auch als Kit mit Akku und Ladegerät. Wo ein Hersteller einen Wert nicht veröffentlicht, steht keine Angabe, und das zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Warum die Schnitthöhe die eigentliche Entscheidung ist
Der Sichelmäher stellt 30 bis 70 Millimeter, der Spindelmäher 14 bis 38. Die Bereiche überschneiden sich nur an einem einzigen Punkt, und das ist kein Zufall, sondern Bauartsache.
Die Ein-Drittel-Regel
Gras verträgt es schlecht, wenn mehr als ein Drittel der Halmlänge auf einmal abgenommen wird. Bei einer Zielhöhe von 38 Millimetern darf der Rasen vor dem Mähen also höchstens 57 Millimeter hoch sein.
Rasen wächst im Mai und Juni bei guter Witterung fünf bis zehn Millimeter am Tag. Von 38 auf 57 Millimeter sind es also zwei bis vier Tage.
Praktisch heißt das: Ein Spindelmäher verlangt einen Rhythmus von etwa einer Woche. Wird eine Woche ausgelassen, steht das Gras zu hoch, legt sich vor die Spindel und wird umgedrückt statt geschnitten.
Der Sichelmäher auf 70 Millimetern darf denselben Rasen bis 105 Millimeter stehen lassen, also gut zwei Wochen.
Was acht Zentimeter mehr Breite bringen
150 Quadratmeter mähen
Bei üblichem Gehtempo von rund drei Kilometern je Stunde und zehn Prozent Überlappung mäht der 30-Zentimeter-Mäher etwa 810 Quadratmeter je Stunde, der 38-Zentimeter-Mäher rund 1030.
Für 150 Quadratmeter sind das elf gegen neun Minuten reine Mähzeit.
Dazu kommt das Entleeren: Ein Schnitt von zwei Zentimetern auf 150 Quadratmetern ergibt lose etwa 100 bis 150 Liter Schnittgut. Der 25-Liter-Korb ist also vier- bis sechsmal zu leeren, der 45-Liter-Korb zwei- bis dreimal.
Am Ende liegen beide Geräte bei der Gesamtzeit dichter beieinander, als die Schnittbreite vermuten lässt, weil das Leeren mehr Zeit kostet als die zwei Minuten Unterschied beim Fahren.
Warum der Scherenschnitt den Rasen schont
Schnittfläche und Verbräunung
Die Spindel schneidet den Halm zwischen Messer und Gegenmesser, wie eine Schere. Die Schnittfläche liegt quer zum Halm und ist klein.
Das Sichelmesser trennt den Halm durch Schlag, mit rund 3000 Umdrehungen je Minute. Bei einem Messerradius von 15 Zentimetern sind das etwa 47 Meter je Sekunde an der Spitze. Ist die Schneide stumpf, reißt der Halm statt zu brechen.
Ein ausgefranster Halm trocknet an der Spitze aus und der Rasen bekommt einen grauen Schleier. Sichtbar wird das zwei bis drei Tage nach dem Mähen. Deshalb gehört zum Sichelmäher ein geschärftes Messer, siehe die Ersatzmesser für Rasenmäher.
Wofür welches Modell reicht
Wer eine größere Fläche hat, findet die passende Klasse bei den Akku-Rasenmähern von Einhell. Für Wiesen, die über zehn Zentimeter stehen, ist ohnehin ein Hochgrasmäher das richtige Gerät.
Wo jeder von beiden gewinnt
Für den Sichelmäher spricht
- Schnitthöhe bis 70 Millimeter, verzeiht eine ausgelassene Woche
- Bürstenloser Motor, also weniger Verschleiß und mehr Fläche je Akkuladung
- Zwei Kilogramm leichter
- Kommt mit unebenem Boden und weichen Kräutern zurecht
- Einhell nennt eine Flächenempfehlung, hier bis 150 Quadratmeter
Für den Spindelmäher spricht
- 38 statt 30 Zentimeter Schnittbreite
- 45 statt 25 Liter Fangkorb, also halb so oft leeren
- Schnitthöhe ab 14 Millimetern, für echten Kurzrasen
- Vier Stufen mit Einzelradverstellung statt drei axial
- Scherenschnitt statt Schlagschnitt, der Halm franst nicht aus
Ein ehrlicher Satz zum Motor: Der Spindelmäher hat den einfacheren Bürstenmotor, der Sichelmäher den bürstenlosen. Normalerweise ist das ein Argument, hier weniger, weil eine Spindel bei gleicher Fläche deutlich weniger Leistung braucht als ein rotierendes Messer. Sie schneidet, statt zu schlagen, und muss dafür keine Luft bewegen.



