Einhell GC-DW 1300 N oder GE-DW 1155 N-A: Welche Tiefbrunnenpumpe?

1300 Watt gegen 1100 Watt, und trotzdem fördert die schwächere Pumpe mehr Wasser. 6000 gegen 5000 Liter in der Stunde, nachzulesen bei Einhell selbst.
Das ist kein Druckfehler, sondern der Unterschied zwischen einer Pumpe für die Höhe und einer für die Menge. Welche von beiden zum eigenen Brunnen passt, entscheidet sich an zwei Zahlen, die kaum jemand vorher ausrechnet. Weitere Modelle stehen in der Übersicht der Tiefbrunnenpumpen.
- GC-DW 1300 N, wenn der Brunnen tief ist oder ein Sprenger versorgt werden soll65 m Förderhöhe, 6,5 bar, G1½ Anschluss
- GE-DW 1155 N-A, wenn es um Menge geht6000 l/h, 22 m Anschlusskabel, 9,75 statt 15,5 Kilogramm
- BeideEdelstahlgehäuse, 22 m Ablassseil, maximal 35 °C Wassertemperatur
Die zwei Kandidaten
Einhell GC-DW 1300 N
1300 W, 65 m, 6,5 bar
Einhell GE-DW 1155 N-A
1100 W, 6000 l/h, 9,75 kg
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | GC-DW 1300 N | GE-DW 1155 N-A |
|---|---|---|
| Leistungsaufnahme | 1300 W | 1100 W |
| Maximale Fördermenge | 5000 l/h | 6000 l/h |
| Maximale Förderhöhe | 65 m | 55 m |
| Maximaler Druck | 6,5 bar | 5,5 bar |
| Maximale Eintauchtiefe | 20 m | 19 m |
| Mindestbrunnendurchmesser | keine Angabe | 98 mm |
| Druckanschluss | G1½ Innengewinde (47,8 mm) | G1 Innengewinde (33,3 mm) |
| Kabellänge laut Hersteller | 2 m | 22 m |
| Gewicht | 15,5 kg | 9,75 kg |
| Laufradsystem | keine Angabe | achtstufig |
| Trockenlaufschutz | Überlastschalter | integriert |
| Gehäuse | Edelstahl | Edelstahl |
| Maximale Wassertemperatur | 35 °C | 35 °C |
| Ablassseil | 22 m | 22 m |
| Rückschlagventil | im Druckanschluss integriert | keine Angabe |
| Artikelnummer | 4170944 | 4170937 |
Werte nach den Angaben von Einhell für die GC-DW 1300 N und die GE-DW 1155 N-A. Die Kabellänge von zwei Metern bei der GC-DW 1300 N bezieht sich auf die Angabe der Produktseite und ist vor dem Kauf zu prüfen, weil das Gerät mit einer externen Schaltbox arbeitet. Wo ein Hersteller einen Wert nicht veröffentlicht, steht keine Angabe, und das zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Warum die stärkere Pumpe weniger fördert
Eine mehrstufige Kreiselpumpe stapelt Laufräder hintereinander. Jede Stufe erhöht den Druck, aber die Menge bleibt die der ersten Stufe. Wer viele Stufen baut, bekommt Höhe, wer wenige mit großem Durchmesser baut, bekommt Menge.
Was am Ende oben ankommt
Beide Datenblattwerte gelten nicht gleichzeitig. 6000 Liter je Stunde liefert die GE-DW nur bei null Metern Förderhöhe, 55 Meter erreicht sie nur bei nahezu geschlossenem Hahn.
Als Faustwert liegt die Hälfte der maximalen Förderhöhe beim Betriebspunkt mit rund der halben Menge. Bei einer geodätischen Höhe von 25 Metern bleiben also grob 3000 Liter je Stunde.
Bei der GC-DW mit 65 Metern Maximum bleiben bei denselben 25 Metern rund 3200 Liter je Stunde, weil sie weiter von ihrer Grenze entfernt arbeitet.
Umgekehrt gilt: Bei einer Höhe von nur fünf Metern, etwa aus einer Zisterne in die Gießkanne, gewinnt die GE-DW deutlich.
Was der Brunnen wirklich verlangt
Die benötigte Förderhöhe zusammenzählen
Beispiel: Der Wasserspiegel steht 12 Meter unter der Oberkante. Der Rasensprenger auf dem Grundstück braucht 3 bar, das entspricht 30 Metern Wassersäule.
12 Meter Höhe plus 30 Meter Druck ergeben 42 Meter, dazu kommen Verluste im Schlauch, je nach Länge und Querschnitt fünf bis zehn Meter.
Rechnerisch werden also rund 50 Meter Förderhöhe gebraucht. Die GE-DW mit 55 Metern Maximum arbeitet dann am Anschlag und liefert kaum noch Menge, die GC-DW mit 65 Metern hat Reserve.
Wer nur eine Gießkanne oder einen Tropfschlauch versorgt, braucht keine drei bar und kommt mit beiden aus. Passende Schläuche stehen beim Tropfschlauch.
Was jeder Kubikmeter an Strom kostet
Energie je Kubikmeter
GC-DW 1300 N: 1300 Watt für 5000 Liter je Stunde, das sind 0,26 Kilowattstunden je Kubikmeter.
GE-DW 1155 N-A: 1100 Watt für 6000 Liter je Stunde, das sind 0,18 Kilowattstunden je Kubikmeter.
Die kleinere Pumpe braucht also rund 30 Prozent weniger Energie für dieselbe Wassermenge, allerdings nur an ihrem Bestpunkt. Muss sie gegen große Höhe arbeiten, dreht sich das Verhältnis.
Wofür welches Modell reicht
Wer die Pumpe automatisch nach Druck schalten will, braucht zusätzlich eine Pumpensteuerung. Für flache Zisternen und Regenfässer ist eine Tauchdruckpumpe oft die passendere Bauart.
Wo jede von beiden gewinnt
Für die GC-DW 1300 N spricht
- 65 statt 55 Meter Förderhöhe, 6,5 statt 5,5 bar
- G1½ Druckanschluss, also weniger Reibungsverlust im Rohr
- Rückschlagventil im Messinganschluss integriert
- Ein Meter mehr Eintauchtiefe
- Externe Schaltbox, die trocken über dem Schacht bleibt
Für die GE-DW 1155 N-A spricht
- 6000 statt 5000 Liter je Stunde
- 5,75 Kilogramm leichter
- 22 Meter Anschlusskabel bereits ab Werk
- Achtstufiges Laufradsystem und integrierter Trockenlaufschutz
- Mindestbrunnendurchmesser mit 98 Millimetern ausgewiesen
Ein ehrlicher Satz zur Kabellänge: Zwei Meter stehen so im Datenblatt der GC-DW 1300 N, und für eine Pumpe, die 20 Meter tief hängen darf, ergibt das nur mit der externen Schaltbox einen Sinn. Wer dieses Modell wählt, sollte vor dem Kauf beim Händler klären, wie lang die Zuleitung zwischen Pumpe und Box tatsächlich ist. Die GE-DW nimmt einem diese Frage mit ihren 22 Metern ab.



