Kärcher K 5 Classic oder Bosch UniversalAquatak 135: Welcher Hochdruckreiniger?

145 bar gegen 135 bar, 500 gegen 450 Liter in der Stunde. Auf dem Karton sieht das nach einer klaren Sache aus, und die meisten kaufen danach.
Nur steht auf dem Bosch-Datenblatt eine Zeile, die bei Kärcher fehlt: 0,5 Meter Selbstansaugung. Wer die Terrasse mit Regenwasser aus der Tonne abspritzen will, entscheidet die Frage genau dort und nicht bei den zehn bar Unterschied. Welche Geräte sonst noch in Frage kommen, steht in der Übersicht der Hochdruckreiniger von Kärcher.
- Kärcher K 5 Classic, wenn Druckwasser aus der Leitung kommt145 bar, 500 l/h, 8 m Schlauch und 2,3 Kilogramm weniger Gewicht
- Bosch UniversalAquatak 135, wenn aus Regentonne oder Kanister gesaugt wird0,5 m Selbstansaugung und eine Pumpe komplett aus Metall
- Beide40 °C maximale Zulauftemperatur, 5 m Kabel
Die zwei Kandidaten
Kärcher K 5 Classic
145 bar, 500 l/h, 5,6 kg
Bosch UniversalAquatak 135
135 bar, 450 l/h, 1900 W
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Kärcher K 5 Classic | Bosch UniversalAquatak 135 |
|---|---|---|
| Maximaler Druck | 145 bar | 135 bar |
| Arbeitsbereich | 20 bis 145 bar | keine Angabe |
| Maximale Fördermenge | 500 l/h | 450 l/h (7,5 l/min) |
| Flächenleistung | 40 m2/h | keine Angabe |
| Anschlussleistung | 2100 W | 1900 W |
| Selbstansaugung | nicht vorgesehen | bis 0,5 m |
| Pumpe | Aluminium | Dreizylinder, komplett Metall |
| Maximale Zulauftemperatur | 40 °C | 40 °C |
| Hochdruckschlauch | 8 m | 7 m, PVC |
| Kabellänge | 5 m | 5 m |
| Gewicht ohne Zubehör | 5,6 kg | 7,9 kg |
| Abmessungen | 188 x 252 x 445 mm | 446 x 375 x 363 mm |
| Reinigungsmittel | Ansaugung über den Gartenschlauchadapter | Schaumdüse mit 450 ml Behälter |
| Düsen im Karton | Vario Power Jet und Dreckfräser | 3-in-1-Düse |
| Wasserfilter | integriert | im Lieferumfang |
| Bestellnummer | 1.950-700.0 | 06008A7C00 |
Werte nach den Angaben von Kärcher und Bosch. Bosch nennt die Fördermenge in Litern je Minute, umgerechnet sind 7,5 l/min genau 450 l/h. Wo ein Hersteller einen Wert nicht veröffentlicht, steht keine Angabe, und das zählt nicht als Nachteil. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere.
Was aus den Zahlen folgt
Zehn bar sind weniger, als sie klingen
Der Abstand beträgt rund sieben Prozent. Was am Stein ankommt, hängt aber nicht am Druck allein, sondern am Produkt aus Druck und Wassermenge. Und dort wird die Rechnung interessant.
Warum beide Höchstwerte nie zusammen auftreten
Die hydraulische Leistung eines Strahls ist Druck mal Volumenstrom. Beim Kärcher: 14,5 Megapascal mal 0,000139 Kubikmeter je Sekunde, das sind rund 2000 Watt.
Aufgenommen werden aber nur 2100 Watt. Ein Wirkungsgrad von 95 Prozent gibt es bei keiner Kolbenpumpe, real sind 50 bis 70 Prozent üblich.
Beim Bosch dasselbe Bild: 13,5 Megapascal mal 0,000125 Kubikmeter je Sekunde ergeben rund 1690 Watt bei 1900 Watt Aufnahme.
Beide Datenblätter nennen also den Höchstdruck und die Höchstmenge, die das Gerät jeweils schafft, nie aber beide gleichzeitig. Die 145 bar liegen an, wenn wenig Wasser fließt, die 500 Liter fließen bei niedrigem Druck.
Für den Vergleich heißt das: Die zehn bar auf dem Karton sind kein Maß für die Reinigungswirkung. Der Unterschied zwischen beiden Geräten liegt eher bei den Ausstattungsdetails als am Strahl.
Wie lange eine Terrasse dauert
25 Quadratmeter Terrasse
Kärcher nennt 40 Quadratmeter je Stunde. Für 25 Quadratmeter sind das rund 38 Minuten, mit der Strahlrohrdüse und ohne Flächenreiniger.
Bosch veröffentlicht keine Flächenleistung. Über die Fördermenge geschätzt, 450 statt 500 Liter je Stunde, kommt man auf grob 42 Minuten.
Vier Minuten Unterschied auf eine ganze Terrasse. Mit einem Flächenreiniger als Aufsatz halbiert sich die Zeit bei beiden Geräten, und dieser Sprung ist deutlich größer als der Unterschied zwischen den Modellen. Passende Aufsätze stehen beim Zubehör für Hochdruckreiniger.
Was die halbe Meter Ansaughöhe bedeutet
Bosch gibt eine Selbstansaugung von 0,5 Metern an. Das ist kein Marketingwert, sondern eine physikalische Grenze der Pumpe, und sie entscheidet über den Aufstellort.
Regentonne, Kanister, Teich
0,5 Meter Ansaughöhe heißt: Der Wasserspiegel darf höchstens einen halben Meter unter dem Gerät stehen.
Eine typische 300-Liter-Regentonne ist rund 90 Zentimeter hoch. Steht der Hochdruckreiniger daneben auf dem Boden, liegt der Wasserspiegel bei vollem Fass über dem Gerät, das ist unkritisch. Ist die Tonne halb leer, steht der Spiegel bei etwa 45 Zentimetern, noch im Rahmen.
Bei 450 Litern je Stunde ist die volle Tonne nach 40 Minuten leer. Rechnerisch reicht eine Füllung also für eine Terrasse.
Beim Kärcher ist dieser Weg nicht vorgesehen, dort braucht es einen Wasserhahn oder eine vorgeschaltete Pumpe.
Wofür welches Modell reicht
Wer stattdessen ohne Kabel und Anschluss arbeiten will, findet die Alternativen bei den Hochdruckreinigern mit Wassertank. Für die reine Plattenreinigung lohnt ein Blick auf den Terrassenreiniger.
Wo jeder von beiden gewinnt
Für den Kärcher spricht
- 145 statt 135 bar und 500 statt 450 Liter je Stunde
- 2,3 Kilogramm leichter, halb so große Stellfläche
- 8 statt 7 Meter Hochdruckschlauch
- Vario Power Jet und Dreckfräser statt einer Kombidüse
- Flächenleistung mit 40 m2/h ausgewiesen
Für den Bosch spricht
- Saugt aus 0,5 Meter Tiefe selbst an, Regentonne genügt
- Dreizylinderpumpe komplett aus Metall
- 200 Watt weniger Anschlussleistung
- Schaumdüse mit 450 ml eigenem Behälter
- Wasserfilter liegt separat bei und ist damit tauschbar
Ein ehrlicher Satz zum Gewicht: Die 7,9 Kilogramm des Bosch sind kein Konstruktionsfehler, sondern die Folge der Metallpumpe und des größeren Gehäuses mit Ansaugtechnik. Wer das Gerät einmal im Frühjahr aufstellt und im Herbst wegräumt, merkt davon nichts. Wer es jedes Wochenende aus dem Keller holt, jedes Mal.



